So wird das Energieaudit zum strategischen Vorteil für Ihr Unternehmen

Pflicht oder Chance?
Ein Energieaudit nach EDL-G ist für viele Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben – und zugleich ein Hebel, um Kosten zu senken, CO₂ zu sparen und ESG-Vorgaben effizient zu erfüllen.
Was ist ein Energieaudit?
Ein Energieaudit ist eine systematische Inspektion und Analyse des Energieeinsatzes und -verbrauchs in einem Unternehmen. Ziel ist es, Einsparpotenziale zu identifizieren, den Gesamtenergieverbrauch zu bewerten und konkrete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung vorzuschlagen. Die rechtliche Grundlage bildet das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G), das in Deutschland die EU-Energieeffizienzrichtlinie umsetzt.
Ist Ihr Unternehmen vom Energieaudit betroffen?
Laut §8 EDL-G sind alle Nicht-KMU verpflichtet, mindestens alle vier Jahre ein Energieaudit durchzuführen.
Als Nicht-KMU gelten Unternehmen, die eine der folgenden Bedingungen erfüllen:
- Mehr als 250 Mitarbeitende
(Vollzeitäquivalente, inklusive aller Standorte)
oder
- Mehr als 50 Mio. € Jahresumsatz
und gleichzeitig - Mehr als 43 Mio. € Bilanzsumme
Diese Pflicht betrifft in Deutschland rund 50.000 Unternehmen – vom Logistikzentrum über den Industriebetrieb bis zur großen Dienstleistungsgruppe. Nach dem EDL-G sind Unternehmen ab einer gewissen Größe gesetzlich verpflichtet, ein Energieaudit durchzuführen.
💡 Tipp: Auch kleinere Betriebe oder öffentliche Einrichtungen können freiwillig ein Energieaudit durchführen, etwa im Rahmen einer erweiterten Energieberatung oder zur Vorbereitung eines Umweltmanagementsystems.
Energieaudit: Ziele erreichen und echten Nutzen erzielen
1. Energieeffizienz konkret steigern
Ein gutes Audit zeigt nicht nur ob, sondern wo und wie Energie effizienter genutzt werden kann – etwa durch:
- verbesserte Steuerung von Heizungs- und Lüftungsanlagen
- Austausch ineffizienter Beleuchtungssysteme
- Optimierung der Produktionsprozesse
- intelligentes Lastmanagement
2. Kosten deutlich senken
Viele Einsparmaßnahmen amortisieren sich in weniger als drei Jahren. Ein Energieaudit kann zu deutlich geringeren Betriebskosten führen – bei gleichzeitig besserer Transparenz.
3. ESG-Strategie & Reporting stärken
Ein Energieaudit kann als Baustein in die Nachhaltigkeitsstrategie eingebettet werden. Die Ergebnisse fließen in:
- CSRD-Berichte
- ISO 50001 Managementsysteme
- Umweltmanagementsystem nach EMAS
- GHG Protocol Scope 1 & 2
- Förderanträge (z. B. BAFA-Zuschüsse)
Mit einem Energieaudit können Sie Fördermittel gezielt beantragen und so Investitionen schneller amortisieren.
Der Ablauf eines Energieaudits nach DIN EN 16247
Schritt 1: Kick-off und Zieldefinition
Gemeinsam mit dem Auditierenden (zertifizierte Energieauditoren) werden Zielsetzung, Umfang und Systemgrenzen definiert. Ziel ist es, den Energieeinsatz auf Basis der aktuellen Verbrauchsdaten zu bewerten und daraus Handlungsoptionen abzuleiten.
Schritt 2: Datenerfassung
Erhebung aller relevanten Energieverbräuche – z. B.:
- Strom, Gas, Fernwärme, Prozessenergie
- Abrechnungen, Lastgänge, Messdaten
- Gebäudetechnik und Produktionsdaten
Schritt 3: Vor-Ort-Begehung
Die Auditor:innen verschaffen sich ein Bild vor Ort: Wo liegen die Hauptverbraucher? Wie werden Ihre technischen Anlagen aktuell betrieben, und wo liegen mögliche Ineffizienzen?
Schritt 4: Analyse & Bewertung
Mit Hilfe der anerkannten Norm DIN EN 16247 werden die Verbrauchsdaten systematisch analysiert, um Energieflüsse zu bewerten und Maßnahmen abzuleiten. Es entstehen Benchmarks, Wirtschaftlichkeitsrechnungen und Priorisierungsvorschläge.
Schritt 5: Auditbericht & Maßnahmenplan
Der Abschlussbericht enthält alle Analyseergebnisse, konkrete Empfehlungen sowie eine Priorisierung der Maßnahmen nach Energieeinsparung, CO₂-Minderung und Wirtschaftlichkeit. Die vorgeschlagenen Maßnahmen lassen sich gezielt im Rahmen Ihrer Nachhaltigkeitsstrategie umsetzen.

Energieaudit vs. Energiebilanz – kein Widerspruch
Während die Energiebilanz die Basisdaten liefert (Was wird wann und wo verbraucht?), zeigt das Energieaudit auf, wie diese Daten zur Effizienzsteigerung genutzt werden können. Die beiden Instrumente ergänzen sich – besonders bei größeren Unternehmen mit hohem Energiebedarf oder mehreren Standorten.
📕 Mehr dazu in unserem Artikel zur Energiebilanz im Unternehmen: Jetzt lesen
Best Practices: Energieaudit strategisch nutzen
1. Digitale Plattform als Basis nutzen
Ein Energieaudit ist nur wirksam, wenn die Verbrauchsdaten vollständig und korrekt sind. Eine digitale Plattform wie advizeo sammelt automatisch alle Energieverbrauchsdaten – für Gebäude, Anlagen und Produktion. Das spart Zeit, reduziert Fehler und liefert eine solide Grundlage für das Audit. Auch gesetzliche Reports (z. B. nach ISO 50001 oder CSRD) lassen sich direkt erstellen.
2. Die besten Maßnahmen zuerst umsetzen
Nicht jede Idee ist wirtschaftlich sinnvoll. Starten Sie mit Maßnahmen, die wenig kosten und schnell viel bringen – zum Beispiel bessere Steuerung der Heizung oder Abschalten von Anlagen außerhalb der Betriebszeiten. advizeo hilft dabei, diese Potenziale nach Einsparung und Kosten zu bewerten.
3. Ergebnisse in den Alltag integrieren
Ein Audit darf kein einmaliges Projekt bleiben. Nutzen Sie die Ergebnisse für Ihr tägliches Energiemanagement: Überwachen Sie wichtige Kennzahlen, vergleichen Sie Ihre Standorte und planen Sie nächste Schritte direkt in der Plattform. So wird das Audit zum echten Steuerungstool.
4. Teams frühzeitig einbinden
Teilen Sie die Ergebnisse nicht nur mit der Leitung, sondern auch mit Technik, Betrieb und Facility Management. Wenn alle die Ziele verstehen, ist die Umsetzung einfacher – und die Einsparung nachhaltiger.
Was kostet es? Wer muss es machen? Die Antworten hier 👇
Was kostet ein Energieaudit?
Je nach Unternehmensgröße und Komplexität liegt der Preis zwischen 4.000 und 15.000 Euro. Viele Audits werden staatlich gefördert.
Wer darf ein Energieaudit durchführen?
Nur beim BAFA gelistete Energieauditoren mit entsprechender Qualifikation dürfen das Audit rechtlich anerkannt durchführen.
Wie oft muss ein Energieaudit durchgeführt werden?
Alle vier Jahre – gerechnet ab dem letzten vollständigen Audit. Änderungen im Betrieb können ein außerplanmäßiges Audit sinnvoll machen.
Was ist der Unterschied zwischen Energieaudit und ISO 50001?
Das Audit ist eine einmalige, systematischer Analyse. ISO 50001 ist ein kontinuierliches Energiemanagementsystem. Das Audit kann auch ein Einstieg in eine kontinuierliche Energieberatung und ein Umweltmanagementsystem sein.
🎯 Jetzt starten: Energieaudit mit dem richtigen Tool umsetzen
Die EMS-Plattform von advizeo hilft Ihnen, Energiedaten automatisch zu erfassen, Einsparpotenziale zu erkennen und Maßnahmen gezielt umzusetzen für niedrigere Kosten und bessere Kontrolle. So machen Sie Ihre Energie sichtbar und nutzbar.